31.12.2016

Neue prähistorische Vogelart aus dem warmen Nordpol

Forscher der University of Rochester in New York haben in der kanadischen Arktis die Überreste einer bisher unbekannten Vogelart entdeckt, die zu einer Zeit gelebt zu haben scheint, als es dort noch so warm wie im heutigen Florida war.

 

Es sind nur wenige Fragmente der versteinerter Elle und des Oberarmknochens, die in Nunavut, einem teilautonomen Inuit-Territorium, entdeckt wurden aber sie zeugen von der Anwesenheit eines urzeitlichen Vogels, der vor rund 90 Millionen Jahren die Arktis bewohnte, als sie noch über ein viel milderes Klima verfügte. Obwohl es nur diese wenige Überreste gibt, können die Paläontologen daraus ableiten, in welchem Ver- wandtschaftsgrad es zu bereits bekannten Vogelarten aus dem Mesozoikum stand und somit auch das ungefähre Aussehen rekonstruieren. Deshalb vermuten sie, dass der Vogel wie eine Kreuzung zwischen einer Möwe und einem Kormoran ausge- sehen haben könnte und sein Schnabel bezahnt war, was ihm beim Fischfang sehr nützlich war. Er wurde auf den Namen Tingmiatornis arctica getauft, was aus der Inuit-Sprache »Tingmiat« abgeleitet wurde und so viel wie »die, die fliegen« bedeutet.

 

In derselben geologischen Schicht fanden die US-Forscher noch weitere Fossilien prähistorischer Arten. Darunter die von Kahlhechten, einer Gruppe von Knochenfischen, die auch heute noch im Osten Nordamerikas heimisch sind. Aus den gesammel- ten Daten konnten die Forscher sogar das damalige Ökosystem rekonstruieren und waren über das Ergebnis verblüfft, denn es scheinen während der Kreidezeit in der Arktis viel wärmere Temperaturen geherrscht zu haben, als man bisher ange- nommen hatte. Dass das Gebiet wesentlich wärmer als heute war, stand außer Frage, jedoch glaubte man, dass es mit kalten Wintermonaten behaftet war, die viel Eis und Schnee mit sich brachten.

 

Offenbar lag man damit falsch und vor 90 Millionen Jahren herrschte in der Region das ganze Jahr über ein mildes Klima wie in Florida, was die Landflächen eisfrei hielt, denn ansonsten hätten die dort entdeckten fossilen Arten nicht überleben können. Wahrscheinlich hat es eine kurze, nur wenige Millionen Jahre andauernde, Periode extremer Klimaerwärmung gegeben, die durch gewaltige vulkanische Aktivität und den daraus resultierenden CO²-Ausstoß ausgelöst wurde.

 

 

© Fernando Calvo

 

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