19.09.2018

Rätsel um Aussterben des größten Vogels der Welt

Vor etwa 1.000 Jahren starb in der Megafauna Madagaskars der riesige Elefantenvogel aus, doch wieso? Neue Funde scheinen zu widerlegen, dass es mit der Besiedelung der Insel durch den Menschen zusammenhängt.

 

Elefantenvögel (Aepyornithidae, auch Madagaskar-Strauße genannt) waren riesige flugunfähige Laufvögel, die unsere heutigen Sträuße ähnelten. Die zwei bekannten Gattungen Aepyornis und Mullerornis waren einzigartig und lebten bis zu ihrem Verschwinden zwischen 1000 und 1200 n. Chr. nur auf Madagaskar. Mullerornis dürfte zwischen 2,7 und 3 m Höhe und über 400 kg Gewicht erreicht haben und gilt als einer der größten bekannten Vögel der Erdgeschichte und als größter Vogel in historischer Zeit. Er wird nur von dem etwa gleich hohen, jedoch mutmaßlich schwereren Dromornis stirtoni aus dem Miozän (vor 8 bis 6 Mio. Jahren) übertroffen.

 

Die genaue Ursache für das Aussterben der Elefantenvögel ist schon lange Diskussionsthema unter Wissenschaftlern aber es wird allgemein angenommen, dass sie von den ersten menschlichen Siedlern auf der Insel massiv gejagt und so schließlich ausgerottet wurden. Dabei gehen die Gelehrten davon aus, dass die Besiedelung Madagaskars frühestens im siebten Jahrhundert nach Christus erfolgte.

 

Nun aber hat ein neuer Fund die Debatte um die Elefantenvögel wieder entfacht und gleichzeitig das Ankunftsdatum der menschlichen Besiedelung von Madagaskar um etwa 8.000 Jahre nach hinten datiert. Denn man hat auf der Insel 10.500 Jahre alte Knochen dieser Vögel entdeckt, die typische Spuren scharfer menschlicher Steinwerkzeuge aufweisen, wie man sie bereits von prähistorischen Jägern kennt, wenn sie ihre Beute zerlegten.

 

Der Fund ist deshalb besonders wichtig, da er darauf hindeutet, dass der Mensch mehrere tausend Jahre lang Seite an Seite mit den Elefantenvogeln gelebt hat und dass die frühen Siedler ihn nicht wie allgemein angenommen ausgerottet haben.

 

Es sieht eher danach aus, dass die menschliche Bevölkerung Madagaskars die Vögel aus bisher unbekannten Gründen erst viel später aber dafür in einer relativ kurzen Zeit bis zum Aussterben gejagt hat. Laut dem Paläobiologen David Burney vom National Tropical Botanical Garden auf Hawaii stehen die Ergebnisse „im Widerspruch zu allem, was wir über die Ankunft des Menschen in Madagaskar wissen" , heißt es im Science Magazine.

 

 

© Fernando Calvo*, Foto: Velizar Simeonvski

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