26.05.2018

Wie überlebten die Ur-Vögel den Schicksals-Asteroiden?

Ein bombastisches Desaster beendete die Kreidezeit, heißt es: Ein Asteroid krachte in die Erde und vernichtete einen Großteil der damaligen Tierwelt. Doch im Gegensatz zu den Dinosauriern überstanden die Vorfahren der heutigen Vögel das globale Inferno. Eine Studie wirft nun Licht auf diese folgenreiche Geschichte. Bei den Überlebenden handelte es sich demnach nicht um die damals häufigen in Bäumen lebenden Vögel, sondern um Bodenbewohner, geht aus Analysen von Pflanzenfossilien sowie der Evolutionsgeschichte der Vögel hervor.

 

Obwohl die Dinosaurier das Ende der Kreidezeit noch klar dominierten, hatten sich in dieser Ära auch schon andere Tiergruppen fest in der Natur etabliert: Neben den Säugetieren existierten bereits viele Vogelarten, die sich verschiedene Lebensräume erobert haben. Es gab am Boden lebende Arten und auch schon Wasservögel – die meisten kreidezeitlichen Vögel waren aber bereits Baumbewohner, geht aus Funden hervor. Klar scheint: Für alle Tiergruppen der Kreidezeit müssen die Ereignisse vor etwa 66 Millionen Jahre buchstäblich erschütternd gewesen sein. Von dem gewaltigen Asteroiden, der damals in die Erde einschlug, zeugen heute noch die Überreste eines riesigen Kraters im Bereich der mexikanischen Halbinsel Yucatan.

 

Man nimmt an, dass durch die globalen Folgen der kosmischen Bombe überall auf der Erde die Nahrungsketten zusammenbrachen. Dies gilt als die Ursache für das Aussterben der Dinosaurier. Im Gegensatz zu ihnen haben aber die Vorfahren der heutigen Vögel irgendwie überlebt und bildeten anschließend die Grundlage zur Entwicklung der rund 11.000 Vogelarten, die heute unsere Natur prägen. „Um Licht in diese Geschichte zu bringen, haben wir nun verschiedene Ansätze verfolgt“, sagt Co-Autor Daniel Field vom Milner Center for Evolution an der University of Bath. Einen Teil der Studie bildete dabei die Untersuchung des Schicksals einer wichtigen Lebensgrundlage der damaligen Tierwelt: des Waldes.

 

Verkohlte Pflanzenfossilien und Farnsporen

Die Forscher untersuchten dazu Pflanzenfossilien aus der Zeit der Katastrophe von verschiedenen Fundorten der Erde. Wie sie berichten, fanden sie in den Ablagerungen unmittelbar nach dem Einschlag des Asteroiden die Reste von verbrannten Bäumen sowie ungewöhnlich große Mengen von Farnsporen. Dabei handelt es sich ebenfalls um einen Hinweis: „Nach einer Katastrophe wie einem Waldbrand oder einem Vulkanausbruch sind die ersten Pflanzen, die zurückkommen, oft Farne“, erklärt Co-Autor Regan Dunn vom Field Museum in Chicago.

 

Der Grund dafür ist, dass Farne nicht aus Samen, sondern aus Sporen sprießen, die viel kleiner sind – nur eine einzige Zelle umfassen. „Sporen sind winzig, so dass sie leicht vom Wind verbreitet werden können. Alles, was sie dann zum Wachsen brauchen, ist ein nasser Fleck“, so Dunn. Neben den verkohlten Pflanzenresten spiegelt sich somit auch in der Menge an Farnsporen in den Fossilienbeständen wider, dass in der Folge des Einschlags weltweit die Wälder in Flammen aufgegangen waren, erklären die Wissenschaftler.

 

Nur Bodenbewohner schafften es

Vor dem Hintergrund dieser sich abzeichnenden Entwaldung scheint es kaum wahrscheinlich, dass kreidezeitliche Vogelarten überlebt haben, die damals in den Bäumen lebten, sagen die Forscher. Dass es sich hingegen um bodenbewohnende Arten gehandelt hat, belegen weitere Ergebnisse der Studie: Das Team analysierte die evolutionären Beziehungen im Reich der Vögel und kombinierte die Ergebnisse mit fossilen Daten. Wie die Forscher berichten, bestätigen diese Untersuchungen, dass der gemeinsame Vorfahre aller heutigen Vögel höchstwahrscheinlich auf dem Boden gelebt hat. Fossile Arten aus der fraglichen Zeit zeigen vergleichsweise lange und robuste Beinknochen, wie sie von modernen Bodenvögeln wie Kiwis und Emus bekannt sind. Die filigranen Pendants zu unseren Rotkehlchen und Spatzen haben die Katastrophenzeit hingegen nicht überlebt, zeichnet sich ab. Der Grund scheint plausibel: Ihren Lebensraum, die Bäume, gab es für lange Zeit nicht mehr, sagen die Forscher.

 

Wie genau einige der bodenbewohnenden Vögel das Inferno überstehen konnten, bleibt zwar fraglich – Fakt ist aber, dass sie es irgendwie geschafft haben: Aus ihnen entwickelten sich später erneut viele Arten, die sich schließlich auch die nachwachsenden Wälder zurückerobern konnten: Vom Kolibri bis zum Adler gehen alle heutigen Vögel auf diese Überlebenden zurück.

 

Das Team plant nun, den Zeitpunkt der Wiederherstellung der Waldbestände der Erde zu untersuchen sowie die frühe Entwicklung der Vogelarten nach dem evolutionären Paukenschlag genauer aufzuklären. „Wir arbeiten nun daran, neues Licht auf diesen noch immer dunklen Teil des Fossilienbestands zu werfen, der uns viel darüber erzählen wird, wie Vögel und andere Tiergruppen überlebten und schließlich gediehen – nachdem T. rex, Triceratops und Co die Bühne der Welt verlassen hatten“ sagt Field.

 

Quelle: Martin Vieweg für Bild der Wissenschaft

Foto: Phillip M. Krzeminski 

So könnte ein Vogel ausgesehen haben, der das kreidezeitliche Inferno überlebt hat.
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