12.06.2019

Deutsche Physiker wollen Rätsel um »EmDrive« lösen

Deutsche Wissenschaftler der Technischen Universität Dresden haben ein Messgerät entwickelt, um festzustellen, ob der rätselhafte EmDrive tatsächlich funktioniert.

 

Der »Electromagnetic drive« (kurz: EmDrive) wurde 2007 vom britischen Wissenschaftler Dr. Roger Shawyer entwickelt und soll elektrische Energie mittels Mikrowellen in Schubkraft umwandeln können, ohne dabei irgendwelchen Treibstoff zu benötigen. Zahlreiche Wissenschaftler bezweifeln jedoch die Existenz eines solchen Antriebes, da es schließlich dem physikalischen Impulserhaltungsgesetz widerspricht.

 

 

Der EmDrive wurde bereits vom Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA, dem Glenn Research Centre, dem Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory sowie dem Eagleworks Laboratory am Johnson Space Center der NASA einer unabhängiger Überprüfung unterzogen, die alle offiziell bestätigten, dass dieser sogenannte »unmögliche Antrieb« tatsächlich funktioniert. Die NASA-Wissenschaftler schrieben damals im Fachjournal American Institute of Aeronautics and Astronautics (AIAA), dass der EmDrive bei ihren Tests tatsächlich einen deutlich messbaren Schub von 1,2 Millinewton pro Kilowatt erzeugt hatte. Dabei wollen die Forscher ihre Experimente so streng kontrolliert und überwacht haben, dass sie potenzielle Fehlerquellen oder mögliche externe Energiezufuhren ausschließen konnten. Warum der Antrieb jedoch funktioniert, konnten sie auch weiterhin nicht erklären.

 

Wie das Forscherteam um Martin Tajmar von der Technische Universität Dresden jedoch auf einer Konferenz der Space Propulsion Conference 2018 verkündete, konnten sie in den vorangegangenen Versuchsreigen sehr wohl eine Fehlerquelle entdecken, die die früheren Messungen verfälscht haben könnten. Dabei handelt es sich um ein paar Zentimeter Kabel, die nicht ausreichend gegen das Erdmagnetfeld abgeschirmt gewesen waren und dadurch der darin fließende Strom diesen Schub erzeugt haben könnte. Ihre Berechnungen würden zeigen, dass diese Unachtsamkeit exakt jene Schubkraft erklären könnte, die gemessen wurde.

 

Wie nun auf Wired.com berichtet wird, hoffen Martin Tajmar und seine Kollegen vom SpaceDrive-Projekt, die Diskussionen um diesen Antrieb jetzt ein für allemal beenden zu können, da sie ein hochsensibles neues Messgerät entwickelt haben, das feststellen kann, ob der beobachtete Schub tatsächlich vom EmDrive kommt oder nicht. Die Ergebnisse sollen offenbar im August veröffentlicht werden, bevor sie offiziell auf dem Internationalen Astronautenkongress im Oktober vorgestellt werden.

 

 

© Fernando Calvo*, Foto: White et al./NASA

Der experimentelle Aufbau des »EmDrive«.
Der experimentelle Aufbau des »EmDrive«.

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