08.07.2019

Experiment soll Beweis für Paralleluniversen erbringen

US-Wissenschaftler wollen versuchen, die Existenz von Paralleluniversen zu beweisen, indem sie einen Neutronenstrahl auf eine massive Wand abfeuern.

 

Die Idee, dass es eine unendliche Zahl von Kopien unseres eigenen Universums gibt, die unbemerkt neben uns existieren und in denen es alle möglichen Alternativen zu jedem Ereignis gibt, ist etwas, das man früher ausschließlich in den Bereich der Science Fiction eingeordnet hat. Allerdings hat diese Hypothese in den letzten Jahren unter den Wissenschaftlern immer mehr Befürworter gefunden.

Bereits in 1957 stellte der US-amerikanischer Physiker Hugh Everett seine Viele-Welten-Interpretation der Quantenmechanik vor. Seine Theorie basiert darauf, dass es eine potenziell unendliche Anzahl von Paralleluniversen gibt, in denen alle nur denkbare Varianten von Ereignissen existieren. In einem Universum ist man zum Beispiel vergangenen Monat bei einem Autounfall ums Leben gekommen, doch in einem anderen ist man vielleicht Präsident der Vereinigten Staaten geworden.

 

Everett ging jedoch davon aus, dass keines dieser Universen jemals in der Lage wäre, mit unserem eigenen Universum zu interagieren oder es gar zu beeinflussen. Das aber wiederrum hieße, dass es eigentlich unmöglich ist, die Existenz solcher Paralleluniversen jemals beweisen zu können. Nun aber hoffen Wissenschaftler des Oak Ridge National Laboratory im Osten des US-Bundesstaates Tennessee, diese Behauptung widerlegen zu können, indem sie ein Experiment durchführen, das den theoretischen Beweis dafür liefern könnte, dass sich Partikel zwischen parallelen Universen hin und her bewegen können.

 

Wie die beteiligte Physikerin Leah Broussard in einem Interview mit NBC News erklärte, baut ihre Arbeit auf Experimente aus den 90er-Jahren auf, bei denen die Ergebnisse andeuteten, dass die Neutronenpartikel anomal in Protonen zerfallen zu sein schienen, anstatt mit der gleichen Geschwindigkeit, wie die Berechnungen es vorhersagten. Das von ihrem Team geplante Experiment will nun deshalb noch diesem Sommer einen subatomaren Partikelstrahl durch einen 15 m langen Tunnel, vorbei an einem starken Magneten und gegen eine massive, undurchdringliche Wand abfeuern, auf deren anderen Seite ein Neutronendetektor steht. Normalerweise sollte der Detektor überhaupt nichts aufnehmen, da die Neutronen nicht durch die Wand gelangen können, doch die Wissenschaftler glauben, dass einige von ihnen vorübergehend in ein Paralleluniversum und zurück »pendeln« könnten, so dass sie durch die Wand gehen können, wo der Detektor sie schließlich erfasst – und der Beweis erbracht wäre.

 

Ob jedoch ein solches Ergebnis tatsächlich ausreichen wird, um die Existenz von Paralleluniversen zu beweisen, wird wohl strittig bleiben.

 

 

© Fernando Calvo*, Foto: F. Calvo

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