01.10.2019

Forscher zuversichtlich: Warp-Antrieb ist realisierbar

Das Konzept für einen Antrieb, das auf Überlichtgeschwindigkeiten beschleunigen kann und dabei nicht gegen die uns bekannte physikalischen Gesetze verstößt, scheint in greifbare Nähe zu rücken.

 

Im Moment ist die Idee, zu fremden Planeten zu reisen, die sich in weit entfernten Sonnensysteme befinden, etwas, wovon wir nur träumen können - selbst ein Raumschiff, das sich knapp unter Lichtgeschwindigkeit bewegt, würde vier Jahre Stern brauchen, um den uns nächsten Proxima Centauri zu erreichen und sogar über zwei Millionen Jahre, um zur nächsten Galaxie zu gelangen. Das Problem liegt darin, dass die Gesetze der Physik die Möglichkeit zu verbieten scheinen, dass etwas schneller als die Lichtgeschwindigkeit reist, was Langstreckenreisen in der Raumfahrt fast unmöglich macht. Doch was wäre, wenn es einen Weg gäbe, diese physikalische Einschränkung zu umgehen … zum Beispiel mittels einen Warp-Antriebs?

Denn das Konzept des Warp-Antriebs schien anfangs eigentlich nur etwas Fiktives zu sein, das lediglich in Science-Fiction-Filmen wie »Star Trek« existiert aber tatsächlich hatte der Physiker Miguel Alcubierre bereits in den 1990er-Jahren Pläne vorgestellt, wie man eine derartige »Warp-Blase« erzeugen könnte. Er stellte sich eine Energie-Blase vor, die um ein Raumschiff aufgebaut wird und mit deren Kraftfeld die Raum-Zeit um das Raumschiff herum gekrümmt würde. Vor dem Raumschiff würde der Raum zusammengezogen und hinter ihm gestreckt. Dadurch würde das Raumschiff im Raum vorwärts reisen, während die Zeit innerhalb der Blase (und Raumschiffes) praktisch stehen bleibt. Damit wäre man in der Lage, Geschwindigkeiten zu erreichen, die weit über der Lichtgeschwindigkeit liegen und somit weite Strecken praktisch in Nullzeit zurückzulegen. Denn da sich das Raumschiff selbst nicht wirklich durch die Raumzeit bewegt (sondern tatsächlich nur die Raumzeit), wäre es nicht den negativen Auswirkungen einer Reise mit relativistischen Geschwindigkeiten ausgesetzt. Das einzige Problem an diesem exotischen Antrieb ist der ungeheure Energieaufwand, der für uns - zumindest aus heutiger Sicht - nicht annähernd aufgebracht werden kann.

 

Wie sich aber zwischenzeitlich herausstellte, ist die Idee, den Raum zu krümmen, um damit schneller als mit Lichtgeschwindigkeit zu reisen, dennoch durchaus ernsthaft in Betracht zu ziehen. Zwar war bisher noch niemand in der Lage, einen solchen voll funktionsfähigen Warp-Antrieb zu entwickeln, doch wie der Dipl.-Ing. Joseph Agnew auf dem diesjährigen American Institute of Aeronautics and Astronautics Propulsion and Energy Forum (AIAA) verkündete, habe auch seine eigene Studie zu dem Ergebnis geführt, dass der Warp-Antrieb nicht nur theoretisch, sondern auch tatsächlich praktisch möglich sei und dass er funktionieren könne, ohne dabei die Gesetze der Physik zu verletzen. Seine Forschungsarbeit stützt sich dabei auf die jüngste Entdeckung von Gravitationswellen, deren Nachweis nicht nur einmal mehr die Gültigkeit von Einsteins Vorhersagen bestätigt, die man aus seiner Relativitätstheorie entnehmen kann, sondern mit der Existenz der Gravitationswellen werde auch der Beweis erbracht, dass die Grundlage für einen Warp-Antrieb praktisch schon vorhanden wäre.

 

„In den vergangenen etwa fünf bis zehn Jahren gab es in Bezug auf die Vorhersage der zu erwartenden Effekte des Warp-Antriebs viele ausgezeichnete Fortschritte, auf die Bestimmung, wie man ihn entstehen lassen könnte, die Stärkung der grundlegenden Annahmen und Konzepte, und - als mein persönlicher Favorit - die Möglichkeiten, die Theorie auch in einem Labor zu testen", wird Agnew auf Science Alert zitiert. „Die LIGO-Entdeckung vor einigen Jahren war meiner Meinung nach ein großer Fortschritt in der Wissenschaft, da sie experimentell bewiesen hat, dass sich die Raumzeit in Gegenwart riesiger Gravitationsfelder krümmen und verzerren kann, und genau dies wird im ganzen Universum auf eine Weise verbreitet, die wir auch messen können." LIGO ist ein Observatorium, mit dessen Hilfe erstmals Gravitationswellen nachgewiesen wurden.

 

© Fernando Calvo*, Foto: Pixabay, CC0 Creative Commons

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