29.10.2019

Gibt es in anderen Universen Kopien von uns?

Die Idee, dass es eine unendliche Zahl von Kopien unseres eigenen Universums gibt, die unbemerkt neben uns existieren und in denen es alle möglichen Alternativen zu jedem Ereignis gibt, ist etwas, das man früher ausschließlich in den Bereich der Science Fiction eingeordnet hat. Allerdings hat diese Hypothese in den letzten Jahren unter den Wissenschaftlern immer mehr Befürworter gefunden.

 

So könnte es irgendwo Paralleluniversen, in denen die Dinosaurier überlebt haben, weil der Asteroid die Erde verfehlte und in anderen wurde Australien von den Portugiesen anstatt der Briten kolonisiert. In einem Universum könntest du aber auch bereits letzten Monat bei einem Autounfall ums Leben gekommen sein, während du in einem anderen vielleicht zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt wurdest. Jede denkbar mögliche Entscheidung eines jeden Individuums wäre demnach in mindestens einem dieser Universen tatsächlich getroffen und gelebt worden.

Auch der Physiker Sean Carroll vom California Institute of Technology geht in seinem jüngsten Buch »Something Deeply Hidden« (Deutsch: Etwas tief Verborgenes) näher auf diese Hypothese ein und argumentiert darin, dass die Existenz von Paralleluniversen durchaus im Bereich des Möglichen liege.

 

„Es ist durchaus möglich, dass es mehrere Welten gibt, in denen Sie unterschiedliche Entscheidungen getroffen haben", konstantierte er in einem kürzlich stattgefundenen Interview mit NBC. „Wir befolgen nur die Gesetze der Physik. Wir wissen nicht, ob die Anzahl dieser Welten endlich oder unendlich ist, doch sie sind sicherlich enorm zahlreich."

 

Der Theorie zufolge könnte jede Entscheidung, die eine Person trifft, die Realität in zwei neue Richtungen verzweigen lassen, die jeweils zu einem anderen möglichen Ergebnis führen. Auf dieser Grundlage argumentiert Carroll, dass Paralleluniversen nicht an einem bestimmten Ort oder zu einer bestimmten Zeit gebunden sein dürften, sondern nur relativ zum Beobachter existieren können. Diesem Phänomen sehen wir uns ständig in der eigentümlichen Welt der Quantenmechanik konfrontiert und wäre also auch im größeren Maßstab nicht allzu überraschend. „Bevor man ein Objekt beobachtet, egal ob es nun ein Elektron oder ein Atom oder was auch immer es ist, ist es nicht an einem bestimmten Ort", erklärte Carrol und nimmt dabei Bezug auf das seltsame Verhalten von winzigen Teilchen wie Atomen oder Elektronen in der Quantenmechanik. Denn es ist nicht möglich, den exakten Ort eines Teilchens zu bestimmen und man weiß man nur, mit welcher Wahrscheinlichkeit sich das Teilchen an einem bestimmten Ort befinden könnte.

 

Allerdings ist Carroll skeptisch, ob wir jemals in der Lage sein werden, solche alternative Realitäten besuchen zu können. „[Sie] interagieren ja nicht und sie beeinflussen sich in keiner Weise gegenseitig", sagte er. Und da die Parallelwelten nicht miteinander in Wechselwirkung treten können, hält er es für ausgeschlossen, dass man sie je zu Gesicht bekommen wird.

 

© Fernando Calvo*, Foto: Pixabay, CC0 Creative Commons

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