11.01.2016

Irrtümer der Wissenschaft … und mit Nobelpreis belohnt

Immer wieder liest man, dass Wissenschaftler gezwungen werden, ihre Theorien oder Thesen zu überarbeiten oder sogar als gescheitert zu verwerfen, weil sie in Teilen oder im Ganzen wiederlegt wurden. Doch es gibt auch Forschungsarbeiten, die sogar mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurden und sich hinterher als falsch herausstellten, weil sie vor der Verleihung scheinbar nicht sorgfältig genug auf ihren Wert geprüft wurden.

 

So erhielt im Jahre 1926 der dänische Forscher Johannes Fibinger den Medizin-Nobelpreis für die Entdeckung des Faden- wurms Spiroptera, ein Parasit, der angeblich verantwortlich gewesen sein soll, bei seinen Laborratten Krebs auszulösen. Dem Nobelpreiskomitee war das eine gebührende Ehrung wert, schließlich war man zu jener Zeit verzweifelt darum bemüht, nach den Ursachen des heimtückischen Krebs zu suchen. Leider stellte es sich wenige Jahre später als vollkommen falsch heraus und die mutmaßlichen Krebstumore seiner Ratten waren gar nicht bösartig, sondern lediglich gutartige Geschwülste, wie sie bei starkem Vitamin A-Mangel auftreten. Vermutlich hatte er sie zu einseitig und falsch ernährt.

 

Den nächsten Medizin-Nobelpreis-Irrtum gab es im Jahr 1949, als der Portugiese Antonio Egas Moniz für seine angebliche Entdeckung des therapeutischen Wertes der präfrontalen Leu- kotomie bei gewissen Psychosen. Der Mediziner und Neurologe glaubte, dass die Ursache für Wahrvorstellungen bei Schizo-phrenie und anderen psychischen Erkrankungen in anormal »klebrigen« Nervenverbindungen läge. Deshalb entwickelte er die Methode, die Nervenbahnen in der vorderen Gehirnregion zu durchtrennen, um den Betroffenen Erleichterung zu verschaffen. Doch die Patienten veränderten daraufhin ihre Persönlichkeit irreparabel und wurden teilweise zu Pflegefällen und büßten ihre Intelligenz ein.

 

Auch in der Physik gab es einen peinlichen Irrtum. Der italie-nische Kernphysiker Enrico Fermi erhielt 1938 den Physik-Nobel- preis für seinen experimentellen Beweis, dass beim Beschuss schwerer Elemente (wie Uran) mit Neutronen neue schwerere Elemente entstehen. Tatsächlich produzierte der Beschuss eine Kernspaltung, die beispielsweise aus Uran leichtere Zerfalls-produkte wie Barium und das Edelgas Krypton erzeugte – aber eben nicht ein neues, schwereres Element.

 

1946 war es dann Wendell Meredith Stanley, der zu Unrecht einen Nobelpreis erhielt. In der Kategorie Chemie wurde der US-Forscher für seinen vermeintlichen Beleg prämiert, dass der entscheidende Baustein des Lebens in den Proteinen versteckt liegt und nicht in der RNS und DNS. Doch Stanleys Forschungs-arbeit war fehlerhaft, denn seine vermeintlich reinen Proben, auf die seine Ergebnisse basierten, waren verunreinigt gewe- sen und führten zu dem falschen Resultat.

 

Auch Severo Ochoa und Arthur Kornberg erhielten 1959 den Medizin-Nobelpreis für ihre falsche Studie bezüglich unseres Erbgutes. Sie wollten nämlich die Mechanismen bei der Biosyn- these von RNS und DNS entdeckt haben. Ihren Ergebnissen nach, sollte das Enzym Polynucleotid-Phosophorylase für die Bioynthese der RNS verantwortlich sein. Es zeigte sich aber später, dass es das Enzym RNA-Polymerase ist, der in Wahrheit das RNS produziert.

 

 

© Fernando Calvo, Foto: Nobel Media AB/Helena-Paulin Strömberg

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