13.07.2019

Vatikan: Vermisstenfall wird immer mysteriöser

Die italienischen Behörden in Rom sind bei ihrer Suche nach den Überresten eines vermissten Mädchens auf weitere rätselhafte Ereignisse gestoßen.

 

Die damals 15-jährige Emanuela Orlandi ist die Tochter des ehemaligen Hofdieners von Papst Johannes Paul II. und vatikanische Staatsbürgerin. Sie verschwand am 22. Juni 1983 auf dem Rückweg von ihrem Musikunterricht nach Hause und seitdem fehlt jede Spur von dem Mädchen. Es ist eines der am längsten in Ermittlung befindenden Vermisstenfälle Italiens. Trotz der über mehrere Jahrzehnte hinweg erfolgten und sehr umfangreichen Untersuchungen, konnte bis heute keine schlüssige Erklärung dafür gefunden werden, was mit ihr passiert ist.

Der Fall steht seit Jahrzehnten im Zentrum von Verschwörungstheorien, in denen spekuliert wird, dass die Mafia sie entführt haben könnte oder es ein Sexualverbrechen gewesen sei. Selbst politische Hintergründe wurden nicht ausgeschlossen und Emanuelas Bruder hält es sogar für möglich, dass der damalige Papst Johannes Paul II. in den Fall verwickelt gewesen sei. Denn es gab auch das Gerücht, dass Emanuela als Geisel genommen wurde, um die Freilassung von Mehmet Ali Ağca zu erpressen. Der Türke war 1981 verhaftet worden, weil er am 13. Mai 1981 in Rom ein Attentat auf Papst Johannes Paul II. verübt hatte.

 

Im März 2018 erhielt Emanuelas Familie einen anonymen Brief, in dem darauf hingewiesen wurde, dass ihre Überreste auf dem deutschen Friedhof »Campo Santo Teutonico« im Vatikan beigesetzt worden sein könnten. Und zwar dort, wo sich die Statue eines Engels befindet, der eine Tafel mit der Inschrift »Requiescat in Pace« (lateinisch für »Ruhe in Frieden«) in der Hand hält. Zudem hieß es in der Nachricht: „Wenn ihr Emanuela finden wollt, achtet darauf, wohin der Engel schaut.“, schilderte der Anwalt der Familie der NBC News.

 

Da zwei Gräber in Frage kamen, exhumierten die römischen Behörden am 11. Juli die entsprechenden Ruhestätten zweier Prinzessinnen: Das von der 1836 verstorbenen Prinzessin Sophie von Hohenlohe und von der 1840 verstorbenen Herzogin Charlotte Friederike zu Mecklenburg - doch zu aller Überraschung enthielten die Gräber keinerlei Überreste der Leichname. „Das Ergebnis der Suche war negativ", erklärte entsprechend auch ein Sprecher des Vatikans. „Es wurden weder menschliche Überreste noch Urnen gefunden."

 

Derzeit wird untersucht, wieso die sterblichen Überreste der beiden adligen Damen fehlen. Anstatt wichtige Hinweise zum Verschwinden von Emanuela Orlandi zu erhalten, ist man nun also innerhalb des Vatikans auf zwei neue Rätsel gestoßen.

 

 

© Fernando Calvo*, Foto: Pixabay, CC0 Creative Commons

* Die Beiträge unterliegen dem Urheberrechtsschutz und das Kopieren ist nur für nichtkommerzielle Zwecke und dem deutlich sichtbaren Hinweis auf den Autor und dem Direktlink zu http://terra-mystica.jimdo.com gestattet. Siehe unsere Urheberrechtsbestimmungen.

_______________________________________________________________

Mystery-Magazin

Ausgabe Sept./Oktober 2019

Preis: 8,90 €

(Versandkostenfrei in Europa)

NEXUS-Magazin

Ausgabe August/Sept. 2019

Preis: 8,90 €

(Versandkostenfrei in Europa)

RAUM & ZEIT

Ausgabe  Sept./Oktober 2019

Preis: 9,90 €

(Versandkostenfrei in Europa)

Nostalgieanlage  mit Plattenspieler/CD/Radio/Kassette

Preis: 219,00 €

(Versandkostenfrei in Europa)

Hanf-Öl Tropfen

Preis: 49,99 €

(Versandkostenfrei in Europa)

Terra Mystica

eBook

ca. 232 Seiten mit vielen Abbildungen für 6,99 € inkl. MwSt.

Hier bestellen:

amazon.de