12.03.2014

Das rätselhafte Volk der rothaarigen Riesen

In Lovelock fanden Bergleute im Jahre 1911 Mumien und Knochen, die einst offenbar zu riesenhaften, rothaarigen Menschen gehörten.

 

Die sterblichen Überreste lagen stark ausgetrocknet und mumifiziert in einer Höhle im US-Bundesstaat Nevada, ca. 130 Kilometer nördlich von Remo, unter einer 1,20 m dicken Schicht von Fledermausexkrementen begraben. Der Fund ist schon deshalb äußerst rätselhaft, da es auf dem amerikanischen Kontinent eigentlich keine rothaarigen Menschen gegeben haben dürfte und auch die Größe passt überhaupt nicht zu dem Menschentyp der früheren nativen Bewohner.

 

Die dort ansässigen Paiute-Indianer haben sogar eine Erklärung für diese mysteriösen Riesen. Ihren Legenden zufolge nannten die Paiute diese Hünen »Si-Te-Cah«. Diese Si-Te-Cah waren ein sehr starkes und mutiges Volk, das alle Angriffe gegen sich erfolgreich abwehren konnte. Um gegen diese körperlich überlegenen Krieger überhaupt eine Chance zu haben, schlossen sich mehrere indianische Stämme zusammen und führten einen langen, harten Krieg gegen sie. Am Ende siegten die Paiute und ihre Verbündete und vertrieben die Si-Te-Cah zurück in ihre ursprüngliche Heimat nahe dem Mount Shasta in Kalifornien.

 

Zu den Überresten in der heutzutage »Lovelock Cave« genannten Höhle hat die Paiute-Legende ebenfalls eine Antwort parat: Und zwar lebten die Si-Te-Cah auf dem See Lahontan, der sich in einer Tiefebene befand, die man von der hochgelegenen Höhle gut überblicken konnte. Die Si-Te-Cah hatten auf dem See Flöße errichtet, auf denen sie ihre Behausungen hatten und auf denen sie lebten. So konnten sie nicht vor plötzlichen Angriffen der Paiute überrumpelt werden und waren gut geschützt. Die Flöße waren, genauso wie einige andere Gebrauchsgegenstände der Si-Te-Cah-Kultur, aus einer fasrigen Wasserpflanze mit dem Namen »Tule«. Entsprechend bedeutet denn auch der Name Si-Te-Cah in der Sprache der Indianer »Tule-Fresser«.

 

Der Stamm der Paiute und die riesenhafte Rotschöpfe lebten ständig im Streit. Die Aggressionen gingen jedoch stets von den Indianern aus. Sie beschuldigten die Si-Te-Cah, Menschen zu essen und griffen sie ständig an. Die Riesen sahen sich immerzu gezwungen, sich zu verteidigen und das taten sie dank ihrer kräftigen Statur sehr erfolgreich. Erst als sich die verschiedenen Indianerstämme verbündeten, waren sie nicht mehr in der Lage, ihre zuvor so sichere Siedlung auf dem See zu verteidigen. Nach einem langen und erbitterten Kampf mussten sie sich schließlich in eine Höhle zurückziehen. Die Indianer türmten daraufhin einen großen Haufen von trockenem Gehölz und Buschwerk vor dem Eingang der Höhle auf und zündeten es an, um sie auszuräuchern. Das Volk der Si-Te-Cah hatte keine Chance, sie starben alle quallvoll und ihre gesamte Sippe wurde ausgerottet.

 

Der Bergbauingenieur und Hobby-Archäologe John T. befasste sich im Jahr 1922 genauer mit den Si-Te-Cah und stellte eigene Nachforschungen an. Er hörte sich die Geschichten, Meinungen und Legenden der Einheimischen an und dokumentierte sie sorgfältig. Bis heute liegen sie unbeachtet im Archiv der Nevada Historical Society in Remo. Die Archäologen lehnen es ab, sich mit Reids Untersuchungsergebnissen zu befassen. Unterlagen zeugen zwar von Untersuchungen der Ausgrabungsstätte durch zwei Archäologen aus Kalifornien und New York, aber anstatt wichtige Informationen zu den mysteriösen Artefakten zu liefern, waren sie lediglich bemüht, alles zu unternehmen, um die Angelegenheit herunter zu spielen und in der Versenkung verschwinden zu lassen. Zumindest in einem Fall konnte dem New Yorker Forscher nachgewiesen werden, dass er eine bereits ausgegrabene Mumie sofort wieder verschwinden ließ.

 

Die Tochter des Paiute-Häuptlings Winnemuca, Sarah Winnemuca Hopkins, kennt viele Geschichten ihres Stammes über die Si-Te-Cah. Sie weiß auch, dass ihr Volk Menschen getötet hat, die rötliches Haar hatten. Sie behauptet sogar, solche rote Si-Te-Cah-Haare zu besitzen. Sie befänden sich bereits seit Generationen im Besitz ihrer Familie.  

 

Leider hat uns die Si-Te-Cah-Kultur nicht allzu viel an Beweisen ihrer Präsenz hinterlassen. Da sich archäologische Institutionen sich überhaupt nicht interessiert zeigten, sich mit ihrer Existenz auseinander zu setzen und sie sogar anzweifelten, gab es nur wenige kleine, private Einrichtungen und Museen, die sich ihrer Hinterlassenschaften annahmen und verwahrten. Eines davon wurde während eines Feuers stark zerstört und eine unersetzliche, wertvolle Sammlung von mumifizierten Überresten der Rothaarigen, Knochen, mit Federn geschmückte Gebrauchsgegenstände und Muschelschalen mit rätselhaften Symbolen wurden unwiderruflich vernichtet. Einzig Abbildungen der in der Höhle vorgefundenen Objekte kann man heute noch in dem Museum von Lovelock besichtigen. Allerdings wird nicht darauf hingewiesen, dass es sich bei den Ausstellungsstücken um Artefakte der Si-Te-Cah handelt und erweckt den Eindruck, es handele sich um Gegenstände der hiesigen Indianer. In der »Nevada State Historical Society« befinden sich zwar noch einige Fundstücke aus der Höhle, doch man äußert sich nicht zu dem kontroversen Thema.

 

An der Stelle, wo sich vor rund 13.000 Jahren der See befand, erstreckt sich heute nur noch eine trockene, staubige Wüste. Und auch die faserigen Tule-Wasserpflanzen sind von der Erdoberfläche verschwunden, genau wie das mysteriöse Volk, denen sie als Nahrung diente und auf ihren Haus-Flößen über den See trieben. Nur die Höhle ist immer noch da und zeugt von der Legende der rothaarigen Riesen.

 

 

© Fernando Calvo, Foto: Wikipedia

Eingang zur »Loveland Cave«
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