06.03.2015

Die Túatha Dé Danann - Der »Stamm der Götter«

Die Túatha Dé Danann werden oft mit »Stamm (oder Volk) der Göttin Danu« übersetzt, früher auch unter den Namen Túatha Dé (Stamm der Götter) bekannt. Sie waren ein Volk aus der irisch-keltischen Mythologie und gelten als die Hauptgötter des vorchristlichen, gälischen Irland.

 

Den Mythen zufolge sollen die Túatha Dé Danann die Kinder von Danu (auch Dan oder Dana genannt, was so viel wie »die Beständige« bedeutet), gewesen sein. Sie galt als die älteste Göttin und Mutter aller Götter und dies war ihr erstes mit übermenschlichen Kräften ausgestattetes Volk himmlischen Ursprungs auf Erden. Mit ihrem ersten Sohn »Dagda« (»der gute Gott«) zeugte sie die anderen Götter: Nuada, Dian-Cecht, Goibniu, Lir, Midir (auch Midhir) und Lugh. Das Volk der Túatha war sehr hochgewachsen, blondhaarig und mit einem zarten Körperbau sowie großen Kenntnissen in der Magie und der Wissenschaften. Sie kamen aus vier Städten, die sich auf Inseln im nördlichen Meer an den Ecken der Welt befanden. Da war das bedeutende Falias, das leuchtende Gorias, Finias sowie das reiche Murias. In jeder dieser vier Städte wurden die Männer in jungen Jahren von vier Weisen unterrichtet, Semias lehrte in Murias, der Dichter Arias in Finias, Urias in Gorias und Morias in Falias.

 

Zudem verfügten die Túatha über überragende Kampfkünste und besaßen vier magische Objekte, die man »die vier Schätze (Juwelen) der Túatha Dé Danann« nannte und ihnen überir-dische Kräfte verliehen:

 

Der Stein von Fal (Lia Fáil) –  Dieser magische Stein der  Tu-

   gend   (auch  Stein  des  Schicksals  genannt)  befand  sich in

   der Stadt Failsund und soll jedesmal vor Freude aufgeschrien

   haben, wenn sich der wahre König von Irland auf ihn setzte.

   Bis  zur  Herrschaft  des  mythischen Königs  Conchobar  mac

   Nessa  soll er  funktioniert  haben.  Später  brachte  man ihn

   nach Schottland und wurde in  der  dortigen  Abtei  als  »Stein

   von  Scone«  aufbewahrt, bis  ihn  Edward I. als Kriegsbeute

   nach England mitnahm.

 

Der Kessel des Dagda  (Undry) –  Das  war  ein  Kessel  voller

   Nahrungsmittel aus  Murias, der  sich niemals leerte. Lediglich

   Feiglingen und Eidbrechern verweigerte Undry seine Nahrung.

 

Das Lichtschwert des Nuada (claideb/claiomh solais) - Dieses

   Schwert  befand sich  in  Gorias und sein Besitzer  konnte von

   keinem Feind bezwungen werden.

 

Der Speer des Lugh (Sleg) – Mit diesem magischen Speer aus

   Finias war es unmöglich, sein Ziel zu verfehlen.

 

Die Túatha herrschten viele Jahre über Irland und waren in zahlreiche Kriege verwickelt. König Nuada führte zum Beispiel die Túatha Dé Danann in eine Schlacht, in der seine Schiffe mittels magischer fíth-fáth-Wolken geschützt wurden und sie landeten auf dem Berg Sliabh-an-Iarainn im County Leitrim in der Provinz Connacht. Nach ihrer Landung verbrannten sie ihre Schiffe und der aufsteigende Qualm soll drei Tage lang den Himmel verdeckt haben und sie so vor ihrem Feind verborgen haben. Doch es kam der Tag, an dem auch die Götter bittere Niederlagen hinstecken mussten und sich gezwungen sahen, Irland zu verlassen. Seitdem wurden sie nie wieder gesehen. Es heißt, sie wären auf die magische Insel Tír na nÓg (Insel der ewigen Jugend), nach Mag Mell (die schöne Ebene) und auf die Insel Emhaim gezogen, einer Insel, die auf vier enormen Bronzepfeilern steht und von den schönsten Frauen bewohnt wird.

 

Zwar waren die Túatha Dé Danann besiegt worden, aber ihr Volk keineswegs vernichtet. Und so findet man noch heute die Legenden über die untergegangenen Stämme der Túatha Dé Danann und ihren Bemühungen, ihre einstige Macht wieder-zuerlangen. Sie haben viele Nachfahren hinterlassen, die als Elfen, Feen, Gnome und in vielen anderen Gestalten auch heute noch unerkannt unter uns Menschen leben.

 

 

© Fernando Calvo

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