22.01.2019

Streit um Satan-Skulptur zu einer alten spanischen Sage

In der spanischen Kleinstadt Segovia ist ein ungewöhnlicher Streit um eine Satan-Statue ausgebrochen, da sie viele gläubige Einwohner für zu anstößig empfinden.

 

Die fast zwei Meter hohe Bronzeskulptur ist der Gestalt einer lokalen Legende gewidmet, die besagt, dass das berühmte Aquädukt in der Stadt Segovia vor rund 2.00 Jahren von Satan erbaut wurde, um an die Seele eines jungen Mädchens zu gelangen. Tatsächlich wurde das 28 m hohe, 728 m lange und mit insgesamt 118 Bögen versehene Bauwerk zwischen dem 1. und 2. Jahrhundert n. Chr. von den Römern errichtet. Noch bis 1974 versorgte es die kleine Stadt mit Wasser aus dem über 18 km weit entfernten Fluss Río Frío.

 


 

Doch zunächst zur Legende: Klagend, immerzu den schweren Krug tragen zu müssen, habe eine junge Wasserträgerin geschworen, ihre Seele dem Teufel zu schenken, wenn er sie davon erlöst. Dieser hörte diesen Schwur und ging auf ihr Angebot ein. Er versprach, dass er dafür sorgen würde, dass noch bevor der erste Hahn kräht, das Wasser von selbst zu ihrem Haus kommt und sie es somit nie wieder schleppen müsse. Als Gegenleistung erwarte er ihre reine Seele.

 

Als dem Mädchen bewusst wurde, auf was sie sich da eingelassen hatte, flehte es Gott an, ihre Seele zu retten. Er erhörte sie und entschied, eine List anzuwenden um die Seele des Mädchens zu retten und trotzdem vom Teufel das für die Stadt so wertvolle Aquädukt errichten zu lassen: Er ließ am folgenden Tag die Sonne einfach etwas früher als gewöhnlich aufgehen und verhinderte damit, dass der Fürst der Finsternis den letzten Stein setzen konnte. So hatte er die Abmachung nicht erfüllt und ging leer aus, Segovia hingegen hatte ihr berühmtes Aquädukt.

 

Diese Geschichte wird heute in jeder Schule von Segovia gelehrt und so plant die Stadt, dieser Legende auch mit einem Denkmal in Gestalt dieses Teufels zu würdigen. Doch viele Einwohner sind dagegen und bisher haben rund 5.500 der insgesamt 52.000 Einwohner eine Petition unterzeichnet, in der gefordert wird, dass die Statue nicht aufgestellt wird, weil sie das Böse „verherrlicht", indem sie Satan viel zu freundlich und gutmütig zeige. Ihrer Meinung nach würde Satan mit seinem fröhlichen Grinsen nicht „abstoßend und abscheulich" dargestellt, wie er es naturgemäß sei und auch die Tatsache, dass er ein Selfie von sich mache, würde die ganze Legende ins Lächerliche ziehen.

 

Der Künstler, der hinter dem Werk steht, äußerte seinerseits seine Enttäuschung über die öffentliche Resonanz und besteht darauf, klarzustellen, dass die Skulptur nie dazu bestimmt war, jemanden zu beleidigen. Wie BBC News berichtet, hat nun ein Richter verfügt, dass die Pläne zur Ausstellung der Statue vorerst auf Eis gelegt werden sollen, bis die Frage geklärt wurde, ob sie für Christen beleidigend ist oder nicht.

 

Übrigens, die Stadt Segovia verfügt über eine weitere Legende, die besagt, dass sie von Herkules dem Ägypter, einem Urenkel Noahs, um das Jahr 1076 v. Chr. gegründet wurde.

 

 

© Fernando Calvo*, Foto: Stadt Segovia 

Fotomontage der Skulptur, wie die Stadt sie am Aquädukt aufstellen möchte.
Fotomontage der Skulptur, wie die Stadt sie am Aquädukt aufstellen möchte.

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