29.03.2016

Studie: König Artus‘ Grab war ein Schwindel der Mönche

Eine aktuelle von der englischen University of Reading durchgeführte Studie kommt zu dem Schluss, dass das Grab des legendären König Artus in der Abtei von Glastonbury Abbey nur ein großer Schwindel war, um mehr Besucher anzulocken.

 

Glastonbury Abbey ist eine ehemalige Abtei der Benediktiner bei Glastonbury in der englischen Grafschaft Somerset, südlich von Wells. Im Jahre 1191 behaupteten die Mönche der Abtei, dort die Grabstätte von König Artus und seiner Gemahlin Guinevere entdeckt zu haben, die den Mythen zufolge im 5. oder 6. Jahrhundert gelebt haben sollen. Die Ordensbrüder wollen bei Grabungen in rund zwei Metern Tiefe auf eine steinerne Grab- platte und ein bleiernes Kreuz gestoßen sein, dass folgende Inschrift trug:

 

   „Hier liegt der berühmte König Artus auf der

    Insel  Avalon  begraben.“

 

Etwa 2,70 Meter unterhalb der Grabplatte mit dem Kreuz befand sich ein Sarg, der aus einem hohlen Baumstamm angefertigt wurde. Darin lagen die Knochen eines großen Mannes, dessen Schädel die Spuren von Verletzungen aufwiesen. Daneben befand sich ein kleineres Skelett, das man wegen der blonden Haare Guinevere zuschrieb. Ihre Überreste wurden 1278 in eine neue Gruft umgebettet, die aber wurde während der anglikanischen Reformation im 16. Jahrhundert zerstört und die Gebeine gingen verloren.

 

Nun hat die Archäologin Prof. Roberta Gilchrist von der University of Reading, die auch das »The Glastonbury Abbey Archaeological Archive Project« leitet, eine intensive Nachuntersuchung der Funde und Dokumentationen aus der Zeit zwischen 1904 und 1979 mit neuester Technologie vorgenommen und festgestellt, dass frühere Archäologen ihre Datierungen nicht korrekt erstellt hatten. Sie fand heraus, dass der Friedhof viel jünger war, als die im 10. Jahrhundert errichtete Abtei und auch das von den Mönchen angeblich in 1191 entdeckte Grab stellte sich als eine schlichte Grube in diesem Friedhof heraus, die verschiedenes Material aus dem 11. bis 15. Jahrhundert enthielt. Das weist die Stätte als viel zu jung aus, um mit dem der Überlieferung nach spätestens im 6. Jahrhundert gestorbenen König Artus in Zusammenhang gebracht werden zu können.

 

Offenbar hatten die Mönche ganz bewusst diesen Schwindel in die Welt gesetzt, um mehr Pilger anzulocken, damit man den Wiederaufbau von Glastonbury Abbey nach dem Brand in 1184 n. Chr. zügiger finanzieren konnte. Außerdem wollte man mit dieser mittelalterlichen »Touristenattraktion« wahrscheinlich auch dem stetig sinkenden Interesse an der Abtei entgegenwirken, das sich seit dem Bau der Westminster Abbey in London deutlich bemekbar machte.
 

Zwar wird die Existenz von König Artus sehr kritisch betrachtet und eher in den Bereich der Mythen verlegt, doch Dr. Andrew Breeze von der spanischen Universität von Navarra verkün- dete vergangenes Jahr überraschend, dass seine Recherchen ergaben, dass es zwar zur besagten Zeit tatsächlich einen Artus gab aber dieser sehr wahrscheinlich kein König, sondern ein nordbritischer Stammesführer oder General im frühen sechsten Jahrhundert war (wir berichteten).

 

 

© Fernando Calvo, Foto: Tom Ordelman

Gedenktafel an der Stelle, wo das vermeintliche Grab von König Artus und seiner Frau Guinevere in Glastonbury Abbey gelegen haben soll
Gedenktafel an der Stelle, wo das vermeintliche Grab von König Artus und seiner Frau Guinevere in Glastonbury Abbey gelegen haben soll

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