02.06.2019

Von ausgelöschten, außerirdischen Zivilisationen lernen

Diejenigen, die nicht die Lehren aus dem selbstverschuldeten Untergang einer außerirdischen Zivilisation ziehen, könnten dazu verdammt sein, diesen Fehler zu wiederholen ...

 

Die Menschheit scheint einen gefährlichen Weg einzuschlagen. Wir haben Waffen entwickelt, die stark genug sind, uns selbst um ein Vielfaches auszulöschen, und wir verändern seit Jahrzehnten das Klima der Erde, ohne Rücksicht auf die schwerwiegenden Folgen zu nehmen. Ein ähnliches Verhalten könnte auch zum Untergang fortgeschrittener außerirdischer Rassen in der Galaxie geführt haben, glaubt der theoretische Physiker Avi Loeb, Vorsitzender der Astronomieabteilung an der University Harvard in Cambridge, USA.

 

 

Tatsächlich könnte dies zumindest teilweise erklären, warum wir trotz der Fülle an potentiell bewohnbaren Planeten in der Milchstraße noch keinen Kontakt zu Aliens hergestellt haben (das so genannte Fermi-Paradoxon). Diese Tatsache scheint nämlich nahezulegen, dass es entweder keine Außerirdischen gibt, dass sie so selten sind, dass es unwahrscheinlich ist, dass wir ihnen jemals begegnen werden oder dass sie bereits ausgelöscht wurden.

 

„Eine Möglichkeit wäre, dass solche Zivilisationen, basierend auf der Art und Weise, wie wir uns selbst verhalten, kurzlebig sind", erklärte Loeb während seines Vortrags auf der Konferenz »The Humans to Mars Summit« in Washington, D.C. „Sie denken kurzfristig und sie fügen sich selber Wunden zu, die sie letztendlich umbringen." Die Suche nach Außerirdischen sollte also entsprechend umfangreicher sein und sich auch auf Artefakte konzentrieren, die von derartigen verschwundenen Zivilisationen zurückgelassen wurden - so beispielsweise verbrannte Planetenoberflächen oder Spuren von Atomkatastrophen/-kriege, die noch in der Atmosphäre eines fremden Planeten nachzuweisen sind.

 

Ein solcher Fund wäre vielleicht die größte wissenschaftliche Entdeckung aller Zeiten und könnte den zusätzlichen Vorteil haben, unsere eigene gefährdete Spezies zum Umdenken zu bewegen. „Der Gedanke dazu ist, dass wir dadurch etwas lernen könnten", sagte Loeb. „Wir können lernen, uns vorteilhafter zu verhalten, keinen Atomkrieg auszulösen oder über unseren Planeten zu wachen und sicherzustellen, dass er so lange bewohnbar bleibt, wie wir ihn bewohnbar erhalten können."

 

Es gäbe für die Suche nach außerirdischer Intelligenz (SETI) aber durchaus auch andere praktische Gründe, gab Loeb zu bedenken. So könnte beispielsweise die Kontaktaufnahme zu großen technologischen Durchbrüchen führen - wenn die Außerirdischen freundlich genug wären, ihr Wissen mit uns zu teilen. „Unsere eigene Technologie ist erst ein Jahrhundert alt, wenn nun eine andere Zivilisation eine Milliarde Jahre Zeit gehabt hätte, ihre Raumfahrt zu entwickeln, könnten sie uns vielleicht beibringen, wie man es macht", so Loeb.

 

„Meine Hoffnung ist, dass das Aufspüren untergegangener Zivilisationen uns inspirieren wird, uns besser zu verhalten und wir uns zusammenraufen", sagte er. „Und eine weitere Hoffnung, die ich habe, ist, dass wir, sobald wir unser Sonnensystem verlassen, die Botschaft erhalten: ‚Willkommen im interstellaren Club‘. Und wir werden herausfinden, dass es da draußen eine Menge Verkehr gibt, von dem wir nichts ahnten."

 

 

© Fernando Calvo*, Foto: Pixabay, CC0 Creative Commons

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