02.09.2015

Führen die USA und Russland einen geheimen Krieg?

In letzter Zeit häufen sich die Vorfälle, in denen die USA und Russland ungewöhnlich viele Probleme in der Satelliten- und Raumfahrttechnik verzeichnen. Sind das die sichtbaren An- zeichen einer im Hintergrund geführten elektronischen Kampf-führung?

 

Am 12. April 2014 näherte sich der russische taktische Jagd- bomber »Sukhoi 25« im Schwarzen Meer mehrfach dem US-Zerstörer »USS Donald Cook«. Der russische Kampfjet hatte zwar weder Bomben noch Raketen an Bord aber unter seinem Rumpf ein elektronisches Kriegsgerät namens »Jibiny«, das den Amerikanern ihr komplettes modernes Abwehrsystem ausschal- tete. Russland hatte damit auf eine äußerst erfolgreichen Art und Weise demonstriert, auf welchen ausgereiften und effizien- ten Stand sich ihre elektronische Kriegsführung bereits befindet. Das Pentagon war darüber deutlich verstimmt und warf dem russischen Militär provozierenden Vorsatz vor. War das nur die Spitze des Eisberges, die wir von dem geheimen Krieg zwischen den die USA und Russland mitbekommen haben? Ist es dem- nach nur ein dummer Zufall, dass sich kurz zuvor und danach die Pannen bei den Raketen und Satelliten häuften?

 

● Am 1. Juli 2013 fiel ein Satellit des russischen Satellitennaviga-

   tionssystem »Glonass« aus.

 

● Am 2. Juli 2013 stürzte eine russische Proton-M-Rakete dreißig

   Sekunden nach dem Start in Baikonur ab.

 

● Am 2. April 2014 fielen alle 24 russischen Satelliten aus, die an

   dem Satellitennavigationssystem »Glonass« beteiligt waren.

 

● Am 29. Oktober 2014 explodierte die unbemannte US-Träger-

   rakete »Antares« bei einem Versorgungsflug zur Internationa-

   len Raumstation ISS.

 

Am 03. Februar 2015 explodierte der Wettersatellit »Defense

  Meteorological  Satellite  Program«  (DMSP  F-13) der  US  Air

  Force.


● Am 16. Mai 2015 stürzte eine russische Proton-M Rakete ca. 8

   Minuten nach dem Start über Sibirien ab.

 

● Am 28. Juni 2015 explodierte die unbemannte US-Trägerrake-

   te »Falcon 9« bei einem Versorgungsflug zur Internationalen

   Raumstation ISS.

 

● Am 26. Juli 2015 explodierte eine Russische Lenkrakete bei

  einer Flottenparade im Krim-Hafen Sewastopol.

 

Jetzt könnte man natürlich einwenden, dass die Russen keinen Nutzen davontragen würden, Raketen zur ISS abstürzen zu lassen, da sie selbst an diesem Raumfahrtprogramm beteiligt sind und doch gingen sie dabei als Gewinner hervor. Denn sie waren es, die nach dem verunglückten US-Start der Versor-gungsrakete sofort ihr eigenes funktionstüchtiges Modell zur Verfügung stellten und in der Öffentlichkeit das »technische Fleißkärtchen« erhielten.

 

Es hat den Anschein, als wenn die USA und Russland einen ge- heimen Krieg mittels elektronischer Kampfmittel führen würden und ihre gegenwärtige Verteidigungs- und sich so ihre Angriffs-möglichkeiten eindrucksvoll demonstrieren wollen. Übrigens bilden die oben aufgeführten gescheiterten Raketenstarts nur eine kleine Auswahl. Die wurden nur aufgrund ihrer offiziellen Natur öffentlich bekannt, die Dunkelziffer dürfte beträchtlich höher liegen. Man beachte nur die unzähligen Videos auf YouTube, in denen rätselhafte, kometenartige Flugkörper am Himmel gefilmt wurden – ein großer Teil davon dürften geheime, fehlgeschlagene Raketenstarts gewesen sein. Und die tatsäch-lichen feindlichen Störungen militärischer Manöver sind sicherlich ebenfalls zahlreicher als über den Medien an die Öffentlichkeit durchsickert.

 

 

© Fernando Calvo, Foto: dpa

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