27.11.2018

Russland: „Werden die US-Mondlandungen überprüfen"

Dmitri Rogozin, Chef der russischen Weltraumorganisation Roskosmos, hat versprochen, endlich die Wahrheit über die Mondlandungs-Verschwörungstheorien zu untersuchen - allerdings lässt sich nicht ausschließen, dass er es ironisch meinte.

 

Nicht nur NASA und SpaceX haben bereits Pläne für bemannten Flüge zum Mond und Mars entwickelt (siehe hier), die auch eine Landung beinhalten, auch die russische Raumfahrtbehörde hat ähnliche Missionen geplant (siehe hier und hier). Dazu gehören vor allem Vorschläge für eine permanente Präsenz auf dem Mond, beginnend mit einem Roboter-Lander in den späten 2020er-Jahren und der ersten bemannten Mission auf der Mondoberfläche im Jahr 2030.

 

Es könnte jedoch noch einen weiteren Grund geben, warum Russland unbedingt zu unserem Trabanten will und das hätte mit der Rivalität zwischen ihnen und den Vereinigten Staaten zu tun, die während der 1950er- bis 1970er-Jahren in dem legendären »Wettlauf ins All« gipfelten. Denn wie The Independent schreibt, machte Roskosmos-Chef Dmitri Rogozin während einer kürzlichen Diskussionsrunde mit ihm und Moldawiens Präsident Igor Dodon auf die Frage, ob er glaube, dass die Vereinigten Staaten 1969 tatsächlich auf dem Mond landeten oder nicht, eine ziemlich zweideutige (ironische?) Bemerkung: „Wir haben uns zum Ziel gesetzt, dorthin zu fliegen und zu überprüfen, ob sie nun dort waren oder nicht."

 

Auch wenn es sich nur einfach ein einen Witz gehandelt haben sollte, lässt sich nicht leugnen, dass die Verschwörungstheorien rund um die Apollo-Landungen seit Jahrzehnten weit verbreitet sind und laut einer Umfrage 57% der Russen die Apollo-Mondlandungen für gefälscht halten (siehe hier).

 

Und auch der ehemalige Sprecher des russischen Untersuchungsausschusses, Vladimir Markin, forderte im Jahr 2015 eine Untersuchung der NASA-Mondlandungen. „Wir behaupten ja nicht, dass sie nicht (zum Mond) geflogen sind und einfach nur einen Film darüber gedreht haben", wurde er damals in der The Moskow Times zitiert. „Doch all diese wissenschaftlichen - und vielleicht auch kulturellen - Artefakte sind Teil des Erbes der Menschheit und ihr spurloses Verschwinden ist unser gemeinsamer Verlust. Eine Untersuchung sollte zeigen, was passiert ist." Markin bezog sich dabei auf das rätselhafte Verschwinden des Original-Filmmaterials von der ersten Mondlandung 1969 und dem Verbleib von rund 400 Kilo Mondgesteins, das bei verschiedenen Missionen zwischen 1969 und 1972 zur Erde gebracht wurde.

 

Erst 2009 hatte die US-Weltraumbehörde NASA zugegeben, dass die Originalaufnahmen der ersten Mondlandung versehentlich gelöscht worden seien und erklärte, dass sie es aber geschafft hätten, die ursprüngliche Fernsehübertragung der Landung zu restaurieren. Angesichts dieser ganzen Begleitumstände erstaunt es nicht wirklich, dass die Mondlandung von 1969 in Zweifel gezogen wird, denn ist es tatsächlich glaubhaft, dass bei einer Behörde wie die NASA ein so historisch bedeutendes Filmmaterial versehentlich gelöscht werden und dies auch noch jahrzehntelang unbemerkt bleiben kann?

 

So würde es nicht verwundern, dass wenn russische Kosmonauten auf den Mond landen sollten, sie mit Sicherheit die Apollo-Landeplätze aufsuchen werden, um die Angelegenheit ein für allemal zu klären.

 

 

© Fernando Calvo*, Foto: Kinochronics

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