16.08.2019

Russlands mysteriöser Unfall mit einer Atomrakete

Eine streng geheime russische, nukleare Rakete namens »Skyfall« hat eine tödliche Explosion verursacht.

 

Der Zwischenfall ereignete sich am 8. August auf einer militärischen Offshore-Testplattform bei Njonoksa, die sich rund 30 Kilometer von der Stadt Sewerodwinsk entfernt in der Arktis befindet. Der Unfall forderte den Tod von fünf russischen Atomingenieuren und setzte über einen längeren Zeitraum radioaktive Strahlung frei. Laut Angaben des staatlichen Atomkonzerns Rosatom soll Treibstoff in Brand geraten sein und zur Explosion der Rakete geführt haben. Über einen Zeitraum von zwei Stunden wurden die natürlichen radioaktive Strahlungswerte um das 16-fache überschritten, wie der russische Wetterdienst Rosgidromet mitteilte.

Woran die Männer arbeiteten ist nun Gegenstand einiger Spekulationen geworden, wobei Experten davon ausgehen, dass sehr wahrscheinlich eine etwa zehn Meter lange, atomar betriebene Rakete vom Typ 9M730 Burewestnik – auch »Skyfall« genannt – getestet wurde. Sie soll über eine unbegrenzte Reichweite und ein erhebliches Zerstörungspotenzial verfügen. Rosatom bestätigte zwischenzeitlich, dass Rüstungsexperten in der Basis an »neuen Waffen« arbeiteten, gab allerdings keine Details zum Waffentyp bekannt.

 

„Die Burevestnik ist technisch gesehen ein interkontinentaler Marschflugkörper", erklärt Mathieu Boulegue, Forschungsstipendiat des Russland und Eurasien Programms im Chatham House, einer privaten weltweit führenden britischen Denkfabrik mit Sitz in London. „Es ist ein Marschflugkörper, was somit bedeutet: Es fliegt schnell und es fliegt tief, im Vergleich zu einem interkontinentalen ballistischen Flugkörper, der beim Wiedereintritt etwas langsamer wird, doch sehr hoch fliegt."

Wie diese tödliche Explosion zeigt, hat eine solche Rakete auch das Potenzial, zu einem großen Risiko zu werden. „Da stehen sich die Geschwindigkeit und das Gewicht des Systems gegenüber und das Risiko einer Rakete, die mit radioaktive Abgase ausstrahlt, wo immer sie hingeht", äußert der russische Analyst Mark Galeotti gegenüber BBC News seine Kritik. „Diese neuen Systeme haben ihren Ursprung in der Sowjetzeit, nun wurden sie wieder herausgekramt und mit neuen Investitionen ausgestattet."

 

Bei den fünf Männern, die bei dem Unfall ums Leben kamen, handelt es sich um Alexej Wjuschin, Jewgeni Korotajew, Wjatscheslaw Litschew, Sergej Pichugin und Wladislaw Janowski. Sie gelten nun als »Helden«, die unter „außergewöhnlich harten Bedingungen" gearbeitet haben. Der Chef von Rosatom, Alexei Likhachev, erklärte auf ihrer Beerdigung in Sarow, dass „der beste Weg, sich an sie zu erinnern, darin besteht, unsere Arbeit an neuen Waffentypen fortzusetzen, die ohne Zweifel abgeschlossen werden".

 

Im Video unten kann man das Ausmaß des Unfalls sehen.

 

© Fernando Calvo*, Foto: BBC News

 

VIDEO:

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