11.09.2018

Wegen Diskriminierung:
Verschwörungsanhängerin erhält Schmerzensgeld

Eine australische Regierungsbehörde muss einer ehemaligen Mitarbeiterin einen ziemlich hohen Geldbetrag zahlen, weil sie die Frau wegen Gespräche über Verschwörungstheorien beurlaubt hatte.

 

Der ungewöhnliche Fall betraf offenbar eine Mitarbeiterin für Kinderschutz und Jugendfürsorge namens Jennifer Stefanac, die beim Department of Family and Community Services (Ministerium für Familie und Soziales) beschäftigt war. Laut News.com begann es damit, dass Mrs. Stefanac in 2016 mit einigen Kollegen am Arbeitsplatz über ihr Interesse an verschiedenen Verschwörungstheorien diskutierte und sich dazu bekannte, auch persönlich an einige dieser umstrittenen Theorien zu glauben.

 

So habe sie über die Gerüchte um einen Meteoriten gesprochen, der angeblich die Erde treffen werde und von den »Mächten« verschwiegen wird. Sie erzählte ihren Kollegen auch, dass es einen Planeten gäbe, der eine Polarverschiebung auf der Erde verursachen wird und dass in prähistorischen Zeiten gefallene Engel auf die Erde gekommen sind und sich mit Menschen gepaart haben, wobei eine Rasse von Riesen entstand.

 

Diese Themen lösten bei den Angestellten offenbar eine gewisse Beunruhigung aus, sodass die sich bei einem Vorgesetzten darüber beschwerten. Sie beklagten, dass die scheinbar psychische Instabilität von Mrs. Stefanac und die Tatsache, dass sie beruflich mit Problemkindern arbeite, Anlass zur Sorge gäbe. Erstaunlicherweise stimmte der Vorgesetzte dieser Beurteilung zu und stellte Mrs. Stefanac in den Krankenstand, bis ihr ein Arzt die geistige Gesundheit bescheinigte.

 

Jennifer Stefanac konnte diese Reaktion überhaupt nicht nachvollziehen und argumentierte, dass es sich nur um ein harmloses Gespräch über ungewöhnliche Ideen gehandelt habe. Zudem habe es sich um ihre persönliche, private Einstellung zu jenen Themen gehandelt und würde überhaupt nicht ihre Befähigung beeinträchtigen, ihre Arbeit kompetent und zuverlässig zu verrichten.

 

Zwar wurde sie anschließend auch tatsächlich von einem Arzt für geistig gesund befunden und entsprechend für ihren Job freigegeben, doch Mrs. Stefanic empfand die dortige Atmosphäre aufgrund des Vorfalles als derart gestört, dass sie kündigte und bei der staatlichen Aufsichtsbehörde eine Beschwerde über ihre diskriminierende Behandlung einreichte.

 

Das New South Wales Zivil- und Verwaltungsgericht verurteilte nun ihren ehemaligen Arbeitgeber, das Department of Family and Community Services, insgesamt 20.000 australische Dollar Schmerzensgeld an Jennifer Stefanac zu zahlen, da man sie dort „wegen vermeintlicher psychischer Erkrankungen" diskriminiert habe.

 

 

© Fernando Calvo*, Foto: Pixabay, CC0 Creative Commons

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