27.05.2019

Marsbesiedelung wird neue Menschenspezies erzeugen

Die Kolonisierung des Mars könnte die beste Chance sein, das Überleben der menschlichen Spezies in der Zukunft zu sichern. Doch um sich den feindlichen Lebensbedingungen dort anzupassen, müsste sich unser Körper auf eine Weise fortentwickeln, die zu einer völlig neuen Art von Menschen führen könnte.

 

Wenn es darum geht, neue Welten zu kolonisieren, könnte der Rote Planet die beste Option für die Menschheit sein. Doch anders als wie für die einstigen Raumfahrtpioniere Ferdinand Magellan, Juri Alexejewitsch Gagarin oder Neil Armstrong wird sich diese Mission längst nicht so einfach darstellen. Von allen Herausforderungen, die es zu meistern gilt, bevor der Mensch zum Mars reisen kann, scheint sich jene als besonders schwierig zu erweisen, die Astronauten vor der tödlichen Strahlung zu schützen, der sie während der Reise und auch vor Ort zwangsläufig ausgesetzt sein werden.

 

 

In einem kürzlich mit Inverse geführten Interview sprach der Evolutionsbiologe Prof. Scott Solomon von der Rice University in Texas über einige der Veränderungen und Anpassungen, die Menschen, die in einer solchen außerirdischen Kolonie leben, durchlaufen müssten. „Die Evolution ist mal schneller oder langsamer, je nachdem, wie groß der Vorteil einer bestimmten Mutation ist", sagte er. „Wenn eine Mutation auf dem Mars den Menschen einen 50-prozentigen Überlebensvorteil verschafft, ist das ein großer Vorteil, oder? Und das bedeutet, dass diese Individuen diese Gene mit einer viel höheren Rate weitergeben werden, als sie es sonst getan hätten."

 

So könnten zukünftige »Marsmenschen« zum Beispiel stärkere und dichtere Knochen entwickeln, um die geringere Schwerkraft auszugleichen. Sie könnten auch zu einem anderen Hautton führen, um sich vor schädlicher Strahlung zu schützen. Das Leben in engen Wohnmodulen könnte dazu führen, dass Kurzsichtigkeit zu einer festen Größe unserer biologischen Eigenschaften wird, ebenso wie die Fähigkeit, den verfügbaren Sauerstoff effizienter zu nutzen. Und völlig abgeschnitten von den Bakterien und Viren auf der Erde, könnten die Menschen auf dem Mars auch ein schwächeres Immunsystem aufweisen, das letztendlich bei Begegnungen mit Besuchern von der Erde sehr gefährlich werden könnte. Irgendwann, wenn genügend Zeit vergangen ist, können sich Marskolonisten sogar zu einer völlig neuen Spezies entwickeln.

 

Mit dieser Zukunftsprognose steht Prof. Solomon nicht alleine, auch andere Wissenschaftler gehen davon aus, dass der Mensch durch die Besiedlung des Roten Planeten eine neue Spezies hervorbringen könnte ...oder wird. Denn auch ihrer Meinung nach müsste sich die Anatomie und Biologie der Kolonisten nachdrücklich verändern, um mit den neuen Bedingungen auf dem Mars klarzukommen. So sehen sie beispielsweise in der Epigenetik die Möglichkeit, die Art und Weise zu verändern, wie unsere Gene vom Körper ausgelesen werden, um sie so widerstandsfähiger gegen Krebs und andere durch Strahlung bedingte Krankheiten zu machen. Doch auch die niedrigere Schwerkraft auf dem Mars kann eine ganze Reihe von physischen Veränderungen auslösen, die man noch in den Griff bekommen muss.

 

In den ersten Jahrhunderten der Marsbesiedelung durch den Menschen werden die Skelette und Muskeln der Kolonisten wahrscheinlich schrumpfen und sie werden einen zarteren Körperbau erhalten. Dies würde allerdings auch mit ziemlicher Sicherheit zu kürzeren Lebenserwartungen und gesundheitlichen Komplikationen führen, einschließlich neurologischer Störungen, falls unsere Schädel ebenfalls schrumpfen würden.

 

Um überleben zu können, müssten wir über die Jahrtausende hinweg also tatsächlich stärkere, robustere Körper entwickeln. Einige Wissenschaftler glauben sogar, dass wir eine orangefarbene Haut entwickeln würden, so wie Karotinoide, die Karotten, Süßkartoffeln und Kürbisse orange aussehen lassen, um ihnen einen natürlichen Schutz vor der schädlichen UV-Strahlung zu bieten. Wenn wir diese Pigmente in großen Mengen zu uns nehmen, bekommen wir tatsächlich einen Schub an Schutzkarotin in unserem Blutkreislauf und unter unserer Haut.

 

Die höheren Strahlungswerte auf der Marsoberfläche würden aber auch die DNA in unseren Zellen schneller mutieren lassen. Normalerweise würde eine Spezies wie der Homo sapiens einige hunderttausend Jahre auf der Erde brauchen, um sich zu entwickeln, doch einige Wissenschaftler vermuten, dass die höhere Mutationsrate auf dem Mars innerhalb von nur wenigen Jahrhunderten eine völlig neue menschliche Spezies hervorbringen könnte - 10 mal schneller als auf der Erde!

 

 

© Fernando Calvo*, Foto: NASA

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