07.10.2018

Esieh Lake – Der See, den man in Brand setzen kann

Der Esieh Lake im Norden Alaskas setzt so viel eingeschlossenes Methan frei, dass man die Luft dort buchstäblich in Brand setzen kann.

 

Der See, bei dem man hören kann, wie es blubbert und zischt, wenn seine Gase langsam unterhalb der Schnee- und Eisdecke versickern, steht seit Jahrzehnten im Mittelpunkt einer Studie, die von Katey Walter Anthony, Ökologin für aquatische Ökosysteme am der University of Alaska Fairbanks, geleitet wird.

 

Bereits 2010 hatte sie ein Video veröffentlicht (siehe unten), das zeigt, wie ein Team von Wissenschaftlern Löcher in das Eis den Esieh Lake schlägt und das ausströmende Gas in Brand setzt. Die Erklärung für dieses seltsame Phänomen liegt darin, dass beim Schmelzen des Eises eine große Menge Methangas freigesetzt wird, das im Permafrost eingeschlossen ist und Löcher im Seebett bildet. Das Gas erzeugt dann Blasen, die an die Oberfläche steigen und in die Atmosphäre entweichen. Im Winter, wenn der See zugefroren ist, werden die Blasen eingeschlossen, können aber selektiv freigesetzt und abgebrannt werden, indem man Löcher an der Oberfläche schafft und das austretende Gas entzündet.

Was jetzt als ein faszinierendes Schauspiel angesehen wird, könnte in nicht allzu ferner Zukunft zu einem großen Problem werden, denn derartige Permafrost-Böden enthalten viel Kohlenstoff und gerade die arktische Landschaft enthält in ihren gefrorenen Böden eines der weltweit größten natürlichen Vorkommen an organischen Kohlenstoffen.

 

Während der größte Teil des Esieh-Sees eine durchschnittliche Tiefe von nur etwa einem Meter hat, stürzen die Abschnitte, in denen die größten Methanblasen austreten, auf bis zu 15 Meter ab. Aus diesen Löchern im Seegrund strömen dann riesige Mengen an Methan – auf Live Science beziffert es ein Kollege von Katey Walter Anthony auf täglich über zwei Tonnen. Bei der anhaltenden Erderwärmung ist es nur noch eine Frage der Zeit, wann die Böden auftauen und die organischen Stoffe der oberen Bodenschicht zersetzt und an die Erdoberfläche dringen. Dort verbinden sie sich dann mit dem Sauerstoff in der Luft und es entsteht das umweltschädliche Kohlenstoffdioxid (CO²). Steht jedoch nicht genügend Sauerstoff zur Verfügung, kommt es durch stehendes Wasser an der Oberfläche zu Fäulnisprozessen und es entsteht Methan (CH4), was Umweltorganisationen zufolge etwa 21-mal schädlicher für das Klima ist als Kohlendioxid.  

 

 

© Fernando Calvo*, Foto: via YouTube

 

VIDEO: 

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