05.06.2019

Runit Dome – Die tickende Zeitbombe im Pazifik

Mitten im Pazifischen Ozean, 2.173 Kilometer von Japan und 2.827 Kilometer von Hawaii entfernt, befindet sich die kleine Insel Runit Island, aus der eine befremdlich wirkende Betonkuppel von 120 Metern im Durchmesser aus dem Sand herausragt. Unter diesem Betondeckel befinden sich 101.498 Kubikmeter radioaktiv verseuchter Schutt, dass durch Plutonium verstrahlt wurde und uns eine Katastrophe bescheren könnte.

 

Die Insel Runit ist eine von rund 40 Inseln, die sich im Osten des Atolls Eniwetok in der Ralik-Kette der Marshallinseln befinden. Während des Kalten Krieges wurde der Atoll von den US-Amerikanern zwölf Jahre lang als Kernwaffentest-Gebiet benutzt. Zwischen 1977 bis 1980 wurde das gesamte angefallene ver seuchte Material nach Runit gebracht und mit den 101.498 Kubikmetern verstrahlten Schutt ein Krater früherer Kernwaffentests aufgefüllt. Anschließend wurde eine Kuppel aus Portlandzement darüber errichtet, um das radioaktive Material abzudecken.

 

 

Doch leider wurde der Runit Dome, wie diese Kuppel genannt wird, nicht für die Ewigkeit gebaut und weist bereits große Risse auf. Laut einer Studie aus dem Jahre 2012 tritt radioaktives Material aus und niemand weiß genau, wie viel Plutonium schon nach draußen in den Pazifik oder sogar die Weltmeere gelangt ist. Da Plutonium als eines der giftigsten radioaktiven Stoffe eine Halbwertszeit von bis zu 24 000 Jahren besitzt, sind die Folgen unvorhersehbar.

 

Zwischen 1946 und 1958 wurden insgesamt 67 Atombomben auf den Atollen Eniwetok und Bikini gezündet. Die damaligen Inselbewohner mussten für 33 Jahre auf den benachbarten Atoll Ujelang umsiedeln, bis sie wieder zurückkehren konnten. Jetzt leben sie wieder auf ihrem Atoll und haben keine Ahnung, mit welcher Gefahr sie leben und wie verstrahlt ihre Inseln tatsächlich sind.

 

Doch nicht nur der normale Zahn der Zeit macht den Experten Sorgen. Naturgewalten wie Taifune oder Sturmfluten könnten zusätzlich dazu beitragen, dass sich der Zement noch schneller auflöst oder der Dom überflutet wird. Auch der Klimawandel birgt eine große Gefahr, denn der Meeresspiegel könnte bis zum Jahre 2100 um rund einen Meter steigen und den Dom ebenfalls unter Wasser setzen. Ohnehin zählen die Marshallinseln mit seinen rund 53.000 Einwohnern zu den am stärksten vom Klimawandel bedrohten Regionen der Welt und ihre Süßwasserreserven werden schon jetzt vom steigenden Meeresspiegel gefährdet, die sich allein vom Niederschlag speisen.

So erstellten Forscher in 2018 am Beispiel des Kwajalein-Atolls eine Studie, wie sich die Überschwemmungen der vergangenen Jahre auf das Trinkwasser ausgewirkt hatten und erstellten aus den Daten Prognosen für die Zukunft der gesamten Marshallinseln. Wie sie im Fachjournal Science Advances berichteten, könnte schon in den nächsten beiden Jahrzehnten der Kipppunkt erreicht werden, ab dem die Regenfälle die Versalzung durch zunehmende Überflutungen nicht mehr ausgleichen können. Der Bevölkerung bliebe dann nur noch die Flucht.

 

 

© Fernando Calvo*, Foto: Greg Nelson

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