21.06.2019

Rätselhafte 5.000 Jahre alte Grabzeichnungen entdeckt

Jahrtausendealte Zeichnungen mit scheinbar himmlischen und außerirdischen Gestalten verblüfft die Wissenschaftler.

 

Die Zeichnungen wurden vor 5.000 Jahren von prähistorischen Menschen in Sibirien gemalt und zeigen rätselhafte Figuren mit Hörnern und Federn auf dem Kopf. Die Experten glauben, dass die Bilder mit einem bereits hochentwickelt wissenschaftlichen Verständnis erstellt wurden, das weit über dem hinausgeht, was wir vom neolithischen Menschen erwarten würden. Die seltsamen und wunderbaren Darstellungen in roten, schwarzen und weißen Farben stammen aus der Bronzezeit und wurden bereits 1985 in dem abgelegenen Dorf Karakol im sibirischen Altaigebirge entdeckt.

 

 

Nun, fast 35 Jahre später, haben die russische Wissenschaftler das außergewöhnliche Talent der prähistorischen Künstler auch der breiten Öffentlichkeit vorgestellt. Die Kunstwerke schmücken die Innenwände der Gräber in einer Nekropolis und die gleichen leuchtenden Farben wurden verwendet, um die Schädel zu bemalen, die ebenfalls in den Grabstätten gefunden wurden. Die Forscher des Kurtschatow-Instituts in Moskau konnten ermitteln, dass die Rottöne in den Grabzeichnungen aus hitzebehandeltem Ocker hergestellt wurden. Die weißen Farbtöne hingegen wurden durch das Abkratzen der Steinoberfläche erzeugt, wodurch die lichtreflektierenden Bergkristalle darunter zum Vorschein kamen, während man für das Schwarz der Zeichnungen Ruß verwendete. Es sind jedoch die roten Ockerfarben, die den Fachmann besonders faszinierten.

 

Es zeigt nämlich, dass die »primitiven« Menschen vor etwa 5.000 Jahren bereits wussten, wie man eine chemische Reaktion herbeiführt, um nicht nur eine rote Farbe, sondern auch die gewünschten Farbtöne durch Veränderung der Hitzeeinwirkung erzeugt. „Wir haben die phasenweise Zusammensetzung der Pigmente bestimmt, d.h. die Struktur des Kristallgitters der einzelnen Körner des Farbstoffs. Einige der Strukturen zeigen keine typischen natürliche Muster, sie sind das Produkt von Hitzebehandlung“, erklärte der beteiligte Wissenschaftler Roman Senin der The Siberian Times. „Einfach ausgedrückt, der primitive Künstler erhitzte das Mineral auf eine bestimmte Temperatur, um die Farbe zu erhalten, die er brauchte."

 

Die Menschen benutzen alte Felsstücke, auf denen ihre Vorfahren Petroglyphen eingeritzt hatten und fügten sie in die Gräber als Wände ein. Anschließend überlagerten sie die alten Zeichnungen mit ihren eigenen, fantastischen Bildern. Die Überreste der Menschen, die in den Steingräbern begraben worden waren, wurden ebenfalls mit den gleichen Farben bemalt. Die Forscher konnten Spuren von rotem Ocker unter den Augenhöhlen und von einem schwarzen und silbernen Mineral namens Specularite im Augenbrauenbereich nachweisen.

 

Auf den ursprünglichen Petroglyphen waren Elche, Bergziegen sowie Menschen mit runden Hörnern auf dem Kopf dargestellt. Für die Grabverzierung wurden sie mit Zeichnungen von 11 teils außerirdisch aussehenden Gestalten übermalt. Interessant sind die strahlenförmige Stilisierungen an den Köpfen, die man auch schon auf anderen prähistorischen Zeichnungen rund um den Globus vorgefunden hat und dazu verleiten, zu spekulieren, dass diese Menschen alle das selbe ausdrücken wollten: Fremde »Besucher«, die sie als Götter betrachteten.

Zwar sind den Wissenschaftlern die Bestattungsrituale und die Bedeutung der Zeichnungen dieser alten Bergbewohner noch nicht ganz klar aber zumindest konnten sie ihre Maltechniken entschlüsseln. Sie vermuten zudem, dass die verschiedenen Farbtöne auch eine symbolische Bedeutung für die prähistorischen Menschen hatten.

 

Die vollständigen Ergebnisse ihrer Studie sollen auf dem 43. Internationalen Symposium über Archäometrie im Mai 2020 in Lissabon vorgestellt werden.

 

 

© Fernando Calvo*, Foto: The Siberian Times

 

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