30.03.2019

Erde könnte unter »galaktischer Quarantäne« stehen

Eine internationale Gruppe von Wissenschaftlern hat sich vergangene Woche in Paris getroffen, um darüber zu diskutieren, wieso wir noch nicht auf außerirdisches Leben gestoßen sind.

 

Die Frage, ob wir allein im Universum sind, bleibt eines der größten philosophischen Rätsel unserer Zeit und obwohl es eigentlich unvorstellbar erscheint, dass unsere eigene Zivilisation die einzige im Universum sein soll, spricht die Tatsache, dass wir noch keine Spuren fremdes intelligentes Leben gefunden haben, für diese Möglichkeit - doch ebenso gibt es Argumente für das Gegenteil.

 

 

Das Fermi-Paradoxon, das den Widerspruch zwischen der wahrscheinlichen Existenz außerirdischer Zivilisationen und der Tatsache, dass wir immer noch nie einer begegnet sind, aufzeigt, scheint nahezulegen, dass es entweder keine Außerirdischen gibt oder dass sie so selten sind, dass es unwahrscheinlich ist, dass wir ihnen jemals begegnen würden. Aber was wäre, wenn es eine andere Erklärung gäbe?

 

Bei einem Treffen der Organisation »Messaging Extraterrestrial Intelligence« (METI) am 18. März in Paris diskutierte eine Gruppe von Wissenschaftlern die möglichen Gründe, warum wir noch nicht auf außerirdisches Leben gestoßen sind. Die Diskussion konzentrierte sich stark auf das, was als »The Great Silence« (Deutsch: Das große Schweigen) bezeichnet wird - ein Modell, das sich um die Idee dreht, dass Außerirdische zwar wissen, dass es uns Erdlinge gibt, sich aber entscheiden, keinen Kontakt mit uns aufzunehmen. „Vielleicht beobachten Außerirdische die Menschen auf der Erde, so wie wir Tiere in einem Zoo beobachten", wird METI-Präsident Douglas Vakoch auf EarthSky.org zitiert, der die dazu passende Frage stellte: Wie könnten wir diese »galaktischen Zoobesucher« dazu bringen, sich uns zu zeigen?

 

Dieses Gedankenspiel wurde von den Wissenschaftlern sogar noch einen Schritt weiter getrieben und spekuliert, dass die Erde vielleicht sogar buchstäblich unter Quarantäne stehen könnte und sich deshalb alle raumfahrenden, außerirdischen Zivilisationen von uns fernhalten. „Es wäre möglich, dass Außerirdische eine galaktische Quarantäne verhängt haben, weil sie erkannt haben, dass es für uns kulturell schädigend wäre, wenn wir etwas über sie erfahren", sagte Jean-Pierre Rospars, Co-Vorsitzender von METI.

 

Zum Thema außerirdische Intelligenz im Allgemeinen fügte er hinzu: „Die kognitive Evolution auf der Erde zeigt einerseits zufällige Merkmale und folgt doch gleichzeitig vorhersehbaren Pfaden. Wenn wir die regulären und zufälligen Komponenten in einem Bezug miteinander betrachten, können wir das wiederholte und voneinander unabhängige Auftauchen intelligenter Arten im Universum erwarten. Und wir sollten erwarten dürfen, unter günstigen Bedingungen überall mehr oder weniger ähnliche Formen von Intelligenz zu finden. Es gibt keinen Grund zu der Annahme, dass der Mensch die höchstmögliche kognitive Stufe erreicht hat. Auf der Erde könnten sich in Zukunft höhere Stufen entwickeln und woanders im Universum könnten sie bereits erreicht worden sein."

 

Tatsächlich wird diese Hypothese schon seit vielen Jahren diskutiert und ist gar nicht so abwegig. Denn eine außerirdische Zivilisation, die uns technisch und geistig weit überlegen ist, hätte keinerlei Nutzen, uns zu kontaktieren. Sie könnte uns jedoch völlig unbemerkt unter Beobachtung nehmen, um uns zu studieren - oder unser Handeln zu kontrollieren.

 

Ein Eingreifen in unsere technische Entwicklung hingegen würde zu viele Risiken bergen, denn unser aktueller geistiger Stand ist noch viel zu primitiv, um ihre Technologie ausschließlich zu friedlichen und lebenserhaltenden sowie -fördernden Zwecken zu nutzen. Und in diesem Punkt dürften wir bei außerirdischen Beobachtern sicher noch den Status eines kriegerischen Primaten einnehmen, denn ein Blick in die Nachrichten zeigt, dass unsere Spezies noch weit davon entfernt ist, friedlich Seite an Seite mit anderen ethnischen  Gruppen zu leben und selbst gegenüber der Natur keinerlei Rücksicht zeigt.

 

Wie können wir also erwarten, dass Außeridische sich uns zu erkennen geben, wenn wir hier tagtäglich beweisen, dass wir noch nicht mal in der Lage sind, mit unserer eigenen Spezies klarzukommen?!

 

 

© Fernando Calvo*, Foto: Rafoso/Wikimedia Commons

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